Weingut Koehler-Ruprecht

Weingut Koehler-Ruprecht

Wo alles beginnt: Mit unserem Weingut Koehler-Ruprecht produzieren wir trockene Prädikatsweine mit Fokus auf Qualität und Tradition. Eine besondere Rolle spielt dabei der Kallstadter Saumagen, eine der wenigen echten Grand Cru Lagen in Deutschland.

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Winzer-Portrait Weingut Koehler-Ruprecht

Im Herzen von Kallstadt an der Deutschen Weinstraße befindet sich unser Weingut, eines der bekanntesten und traditionsreichsten Weingüter der Region. Auf 16 Hektar kalksteingeprägter Weinberge, darunter vieler Parzellen im renommierten Kallstadter Saumagen, entstehen charakterstarke Weine mit ausgeprägtem Herkunftsabdruck.

Trockene Prädikatsweine

Was Koehler-Ruprecht heute in der Weinwelt fast einzigartig macht, ist unser unerschütterliches Festhalten an den traditionellen Prädikaten. Während viele Betriebe sich von diesen Begriffen abgewandt haben, definieren Kabinett, Spätlese und Auslese bei uns bis heute den Charakter eines Weines. Auch und gerade im trockenen Bereich.

Mit diesem Bekenntnis unterwerfen wir uns ganz bewusst strengeren gesetzlichen Regelungen als üblich.

Wir lassen den Weinberg und den Jahrgang für sich sprechen. Für uns hat die natürliche Reife der Traube und ihr individueller Ausdruck im jeweiligen Jahrgang überragende Bedeutung.

Um diesen unverfälschten Ausdruck zu bewahren, lehnen wir die Anreicherung (Chaptalisierung) des Mostes kategorisch ab. Unser Anspruch ist klar: Wir verändern nicht und greifen nicht ein, wir begleiten.

Zudem sind Kabinett trocken, Spätlese trocken und Auslese trocken für uns drei sehr unterschiedliche Weintypen, deren Merkmale, Eigenschaften und Besonderheiten es zu bewahren gilt.

Arbeit im Weinberg

Bei Koehler-Ruprecht arbeiten wir nach einer internen Überzeugung, die weit über konventionelle oder rein bürokratische Standards hinausgeht. Wir lehnen offizielle Zertifizierungen bewusst ab. Nicht aus Mangel an ökologischem Bewusstsein, sondern weil wir uns die Freiheit bewahren, die beste Entscheidung für den Weinberg zu treffen, ohne dass Verbände den Takt vorgeben. Unsere Arbeit ist tief in der Nachhaltigkeit verwurzelt, geleitet von Erfahrung und Respekt vor der Natur.

Herbizide lehnen wir komplett ab. Wir arbeiten mit natürlichen Begrünungen und mechanischer Bodenbearbeitung.

Wenn eine Fläche neu bepflanzt werden muss, geben wir dem Boden eine Auszeit, die weit über das gesetzliche Maß hinausgeht. Diese Brachezeiten erlauben es unserem Boden, sich von Jahrzehnten der Bewirtschaftung zu erholen. Spezielle, tiefwurzelnde Begrünungsmischungen unterstützen diesen Regenerationsprozess aktiv.

Ein zentraler Punkt unserer Philosophie ist der bodenschonende Pflanzenschutz. Während viele Bio-Zertifikate den Einsatz von Kupfer forcieren, setzen wir auf Kaliumphosphonate (die bis 2013 im Öko-Anbau zugelassen waren). Für uns sind sie die ökologisch sinnvollere Alternative, da sie die Rebe stärken, ohne dass sich – wie bei Kupfer – kritische Schwermetallmengen dauerhaft im Boden anreichern. Zudem können wir so viele, den Boden verdichtende Überfahrten im Weinberg verhindern.

Gleichzeitig bedienen wir uns intensiv einiger, ausgewählter Werkzeuge des biodynamischen Weinbaus:

Wir arbeiten mit selbst angesetzten Komposttees und verschiedenen Pflanzenextrakten, um das Immunsystem der Reben auf natürliche Weise zu stärken.

Unsere alten Rebestände sind das wertvollste Erbe des Weinguts. Wir behandeln sie mit größter Ehrfurcht: Wir praktizieren einen möglichst wundarmen Rebschnitt, um den Saftfluss der Rebe nicht zu stören und die Langlebigkeit der Stöcke zu maximieren.

Alle unsere Lagenweine werden konsequent von Hand gelesen. Oft sind mehrere Lesedurchgänge pro Parzelle nötig, um die Trauben exakt zum Zeitpunkt der physiologischen Reife zu ernten und die verschiedenen Prädikatsstufen präzise herauszuarbeiten.

Im Keller

Die Kellerwirtschaft bei Koehler-Ruprecht ist ein radikaler Gegenentwurf zur modernen Önologie. Wir sind bewusst „oldschool“ und betreiben seit jeher einen konsequent interventionsarmen Ausbau. Unsere Weine werden nicht gemacht, sondern sie dürfen entstehen.

Der wichtigste Parameter im Keller ist die Zeit. Alle unsere Weine sind ausnahmslos spontan vergoren. Wir vertrauen auf die natürlichen Hefen aus unseren Weinbergen und dem historischen Kellerklima, um Weine mit unverwechselbarem Charakter und tiefer Textur zu erhalten, die ihre Herkunft zeigen.

Das Herzstück unseres Kellers ist unser Bestand an traditionellen Holzfässern aus Pfälzer Eiche. Der Ausbau unserer Rieslinge findet ausschließlich in großen, gebrauchten Holzfässern aus Pfälzer Eiche sowie in einigen wenigen, sehr alten Kastanienfässern statt. Fässer sind bei uns keine Geschmacksgeber. Die Fässer für den Riesling sind zwischen 50 und 200 Jahre alt. Diese aromatisch neutralen Gebinde ermöglichen eine perfekte Mikrooxidation, ohne das Terroir mit Holzaromen zu maskieren.

Jüngere Fässer werden bei uns nur für Rebsorten wie Chardonnay, Weißburgunder oder Spätburgunder eingesetzt.

Wir behandeln grundsätzlich jeden Wein mit der gleichen Ruhe, unabhängig von seiner späteren Klassifizierung.

Alle Weine verbleiben für circa 11 Monate in den Fässern. Um die Struktur und das natürliche CO2 zu bewahren, findet während der gesamten Reifezeit nur ein einziger Abstich statt.

Unsere R-Weine aus dem Saumagen sind das Ergebnis natürlicher Selektion. Es handelt sich dabei um spezifische Partien und Fässer, die im Laufe der 11 Monate einen einzigartigen Charakter entwickelt haben und qualitativ herausstechen.